Eine Übersicht über die US GAAP

Die folgenden Seiten geben einen Überblick über die US GAAP. Es werden die Grundlagen, maßgeblichen Institutionen und die Bestandteile dargestellt. Darüber hinaus wird noch auf die Anforderungen der SEC, die Prüfung und über den aktuellen Stand der Konvergenz zwischen US GAAP und IAS/IFRS informiert.

 

US GAAP Grundlagen

Die US GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles) sind die die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung in den Vereinigten Staaten. Sie bilden die Basis für die Erstellung des Jahresabschlusses (financial statements).

Das Ziel der US GAAP ist die Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen für gegenwärtige oder potentielle Investoren. Weitere Adressaten sind unter anderem Arbeitnehmer, Lieferanten und  Behörden. 

Die US GAAP sind einzelfallbezogen und beruhen auf richterlicher Rechtsprechung. Sie haben keinen Gesetzescharakter erhalten aber durch die Anforderungen der SEC faktisch Rechtskraft.

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US GAAP Institutionen

Die bestimmenden Institutionen bei der Entwicklung der US GAAP sind:

  • die US amerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC). Die SEC ist die maßgebliche Institution, die rechtlich verbindliche Regeln und Verordnungen erlassen kann und deren Einhaltung kontrolliert. Sie wurde 1934 gegründet.
  • die Dachorganisation der US Wirtschaftsprüfer, das American Institute of Certified Public Accountants (AICPA). Die AICPA war von 1949 bis 1973 fur die Ausarbeitung der US GAAP zuständig. 
  • der Financial Accounting Standards Board (FASB). Seit 1973 ist es von der SEC mit dem Erlass von Rechnungslegungsgrundsätzen beauftragt.

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US GAAP Bestandteile

Der US amerikanische Jahresabschluss (financial statements) besteht aus:

  • der Bilanz (statement of financial position)
  • der Gewinn- und Verlustrechnung (Statement of Earnings)
  • der Kapitalflussrechnung (Statements of Cash Flows)
  • der Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • und den Anhangsangaben sowie Erläuterungen (notes)

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US GAAP und SEC

Für alle Unternehmen, die unter die Berichtspflichten des Securites Acts von 1933 und/oder des Securities Exchange Acts von 1934 fallen, sind verbindliche Vorschriften (rules and regulations) der SEC zu beachten.

Dies sind unter anderem die Regulation S-X, die eine Gliederung von Bilanz und GuV vorgibt und die Regulation S-K die zusätzliche Angabepflichten fordert.

Der Security Act von 1933 und der Security Exchange Act von 1934 sind Bundesgesetze, die für die Bundesstaaten verpflichtend einzuhalten sind.

Die Hauptaufgabe der SEC ist die Überwachung der Kapitalmärkte. Sie übt einen weitreichenden Einfluss auf die Berichterstattungspflichten der börsennotierten Unternehmen aus. 

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Prüfung US GAAP Abschlüsse

Unter den US GAAP ist eine Prüfungspflicht ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern sie ergibt sich aus institutionellen Anforderungen der SEC.

Regulation S-X regelt, daß die Prüfung von einem unabhängigen Wirtschaftprüfer (CPA) durchzuführen ist. Dabei muss der Wirtschaftsprüfer die US Generally Accepted Auditind Standards (US GAAS) der AICPA befolgen. Die US GAAS wiederum fordern, daß die US GAAP eingehalten werden müssen.

Die SEC fordert einen von einem Wirtschaftsprüfer testierten Jahresabschluss für alle einreichungspflichtigen Jahresabschlüsse (financial statements). Der Bestätigungsvermerk kann nur auf Basis der Einhaltung der US GAAP erteilt werden. Damit sind die US GAAP von diesen Unternehmen verbindlich anzwenden.

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Konvergenz US GAAP und IAS/IFRS

In den letzten Jahren sind das International Accounting Standards Board (IASB) und das US Financial Accounting Standards Board (FASB) übereingekommen, eine Konvergenz zwischen den US GAAP und den IAS/IFRS zu erreichen.

Im Oktober 2002 sind  FASB und IASB im sogennaten Norwalk Agreement übereingekommen, die gemeinsame Zusammenarbeit zu verbessern und die Differenzen, die zwischen den US GAAP und den IAS/IFRS noch bestehen, zu beseitigen.

Ende 2008 wurde ein aktualisiertes Memorandum of Understanding (MOU) veröffentlicht, in dem die Priortäten und Ziele für die gemeinsamen Projekte bis 2011 definiert wurden.

Die SEC  hat für alle nach dem November 2007 endende Geschäftsjahre erlaubt, daß für nicht US Gesellschaften die in den USA registriert sind (foreign private issuer) einen Abschluss nach IFRS aufstellen können, ohne Überleitungsrechnung auf US GAAP. Ein solcher Abschluss muß die IFRS Standards einhalten.  

Hierdurch wird es auch wahrscheinlich, daß in Zukunft auch US Gesellschaften für die SEC Berichtspflichten IFRS Abschlüsse einreichen dürfen. Möglicherweise wird die Anwendung der IFRS durch die SEC sogar ab 1015 verpflichtend vorgeschrieben.

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